Pocking/Wien. Wenn eine Reise mit dem Segen von oben und einer Portion Wiener Lebenslust beginnt, dann verspricht das ein besonderes Erlebnis zu werden. Am vergangenen Freitag machten sich zahlreiche Gläubige aus dem Pastoralen Raum Pocking auf den Weg in die österreichische Bundeshauptstadt. Unter der Reiseleitung von Pastoralpädagogin Silvia Lenger und Pfarrer Gunther Drescher wurde die Fahrt zu einer Mischung aus geistlicher Gemeinschaft, Kultur und Wiener Tradition.
Auftakt im Prater
Nach der Abfahrt am Freitagnachmittag in Bad Griesbach und der Ankunft im Hotel am Kaiserwasser direkt an der Alten Donau, tauchte die Gruppe sogleich in das Herz der Wiener Geselligkeit ein. Das Abendessen im Restaurant „Zum Kaiser & Franz Joseph“ am Prater stimmte die Teilnehmer kulinarisch ein. Ein Höhepunkt des ersten Abends war für viele die Fahrt mit dem historischen Riesenrad, die einen weiten Blick über das nächtliche Lichtermeer der Stadt bot. Während ein Teil der Gruppe die Rückreise im Bus antrat, genossen andere die besondere Atmosphäre des Praters bis spät in die Nacht und fanden eigenständig mit U‑Bahn und zu Fuß den Weg zurück ins Quartier.
Das Highlight: „Der Tod, das muss ein Wiener sein“
Der Samstagmorgen war dem beeindruckendsten Ort der Stadt gewidmet: dem Wiener Zentralfriedhof. Unter der fachkundigen Führung von Josef Kirchberger erkundete die Gruppe das 2,4 km² große Areal. Josef Kirchberger, der schon bei der Sanierung der Friedhofskirche in der Tischlerei mitgeholfen hatte, wusste zu jedem Stein eine Geschichte zu erzählen.
Die Teilnehmer besuchten die Ehrengräber von Legenden wie Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und den Strauß-Dynastien, hielten aber auch inne an den Ruhestätten moderner Ikonen wie Udo Jürgens, Hedy Lamarr oder Willi Resetarits. Besonders beeindruckte die Gruppe die monumentale Karl-Borromäus-Kirche, die mit ihrer 58,5 Meter hohen Kuppel als eine der bedeutendsten Jugendstil-Kirchen der Welt gilt.
„Tod und Leben stehen hier ganz nah nebeneinander“, resümierten viele Teilnehmer angesichts der 15.000 Bäume und der vielfältigen Fauna, die den Friedhof heute zu einer lebendigen Parkanlage machen – weit entfernt von der kargen Trostlosigkeit, die ihm bei seiner Eröffnung im 19. Jahrhundert nachgesagt wurde.
Stadtrundfahrt und geistliches Begleitprogramm
Nach der Stille des Friedhofs übernahm Busfahrer Edi das Kommando und steuerte die Gruppe sicher zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Nach einer Rundfahrt endete die Tour am Schwedenplatz. Von dort aus nutzen die Mitreisenden die freie Zeit für Einkäufe oder einen Besuch im Stephansdom, dem Wahrzeichen des katholischen Österreichs.
Dass die lange Busfahrt wie im Flug verging, war nicht zuletzt Silvia Lenger und Pfarrer Gunther Drescher zu verdanken. Mit einem abwechslungsreichen geistlichen und spielerischen Programm sorgten sie dafür, dass das Gemeinschaftsgefühl der Gläubigen aus den verschiedenen Pfarreien des Pastoralen Raums gestärkt wurde. Bereichert mit vielen Eindrücken und dem einen oder anderen „Ohrwurm“ von den Prater-Fahrgeschäften kehrte die Reisegruppe schließlich wohlbehalten zurück in die Heimat.
Mit Fachwissen und Wiener Schmäh: Guide Josef Kirchberger (Mitte) erklärte der Gruppe die Besonderheiten der berühmten Ehrengräber und die beeindruckende Architektur der Jugendstil-Friedhofskirche.
Die Reisegruppe aus dem Pastoralen Raum Pocking vor der beeindruckenden Kulisse der Jugendstil-Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus.



