Glaube und Gemeinschaft

Zwischen Prater-Trubel und Friedhofsruhe: Gläubige aus dem Pastoralen Raum Pocking auf Wien-Fahrt

Silvia Lenger am 27.04.2026

Lichtermeer über dem Prater: Ein Highlight am ersten Abend der Wien-Fahrt war für viele Teilnehmer der beeindruckende Ausblick aus dem Riesenrad über das nächtliche Wien.

Pocking/​Wien. Wenn eine Rei­se mit dem Segen von oben und einer Por­ti­on Wie­ner Lebens­lust beginnt, dann ver­spricht das ein beson­de­res Erleb­nis zu wer­den. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag mach­ten sich zahl­rei­che Gläu­bi­ge aus dem Pas­to­ra­len Raum Pocking auf den Weg in die öster­rei­chi­sche Bun­des­haupt­stadt. Unter der Rei­se­lei­tung von Pas­to­ral­päd­ago­gin Sil­via Len­ger und Pfar­rer Gun­ther Dre­scher wur­de die Fahrt zu einer Mischung aus geist­li­cher Gemein­schaft, Kul­tur und Wie­ner Tradition.

Auf­takt im Prater

Nach der Abfahrt am Frei­tag­nach­mit­tag in Bad Gries­bach und der Ankunft im Hotel am Kai­ser­was­ser direkt an der Alten Donau, tauch­te die Grup­pe sogleich in das Herz der Wie­ner Gesel­lig­keit ein. Das Abend­essen im Restau­rant ​„Zum Kai­ser & Franz Joseph“ am Pra­ter stimm­te die Teil­neh­mer kuli­na­risch ein. Ein Höhe­punkt des ers­ten Abends war für vie­le die Fahrt mit dem his­to­ri­schen Rie­sen­rad, die einen wei­ten Blick über das nächt­li­che Lich­ter­meer der Stadt bot. Wäh­rend ein Teil der Grup­pe die Rück­rei­se im Bus antrat, genos­sen ande­re die beson­de­re Atmo­sphä­re des Pra­ters bis spät in die Nacht und fan­den eigen­stän­dig mit U‑Bahn und zu Fuß den Weg zurück ins Quartier.

Das High­light: ​„Der Tod, das muss ein Wie­ner sein“

Der Sams­tag­mor­gen war dem beein­dru­ckends­ten Ort der Stadt gewid­met: dem Wie­ner Zen­tral­fried­hof. Unter der fach­kun­di­gen Füh­rung von Josef Kirch­ber­ger erkun­de­te die Grup­pe das 2,4 km² gro­ße Are­al. Josef Kirch­ber­ger, der schon bei der Sanie­rung der Fried­hofs­kir­che in der Tisch­le­rei mit­ge­hol­fen hat­te, wuss­te zu jedem Stein eine Geschich­te zu erzählen.

Die Teil­neh­mer besuch­ten die Ehren­grä­ber von Legen­den wie Lud­wig van Beet­ho­ven, Johan­nes Brahms und den Strauß-Dynas­tien, hiel­ten aber auch inne an den Ruhe­stät­ten moder­ner Iko­nen wie Udo Jür­gens, Hedy Lamarr oder Wil­li Reseta­rits. Beson­ders beein­druck­te die Grup­pe die monu­men­ta­le Karl-Bor­ro­mä­us-Kir­che, die mit ihrer 58,5 Meter hohen Kup­pel als eine der bedeu­tends­ten Jugend­stil-Kir­chen der Welt gilt.

„Tod und Leben ste­hen hier ganz nah neben­ein­an­der“, resü­mier­ten vie­le Teil­neh­mer ange­sichts der 15.000 Bäu­me und der viel­fäl­ti­gen Fau­na, die den Fried­hof heu­te zu einer leben­di­gen Park­an­la­ge machen – weit ent­fernt von der kar­gen Trost­lo­sig­keit, die ihm bei sei­ner Eröff­nung im 19. Jahr­hun­dert nach­ge­sagt wurde.

Stadt­rund­fahrt und geist­li­ches Begleitprogramm

Nach der Stil­le des Fried­hofs über­nahm Bus­fah­rer Edi das Kom­man­do und steu­er­te die Grup­pe sicher zu den wich­tigs­ten Sehens­wür­dig­kei­ten der Stadt. Nach einer Rund­fahrt ende­te die Tour am Schwe­den­platz. Von dort aus nut­zen die Mit­rei­sen­den die freie Zeit für Ein­käu­fe oder einen Besuch im Ste­phans­dom, dem Wahr­zei­chen des katho­li­schen Österreichs.

Dass die lan­ge Bus­fahrt wie im Flug ver­ging, war nicht zuletzt Sil­via Len­ger und Pfar­rer Gun­ther Dre­scher zu ver­dan­ken. Mit einem abwechs­lungs­rei­chen geist­li­chen und spie­le­ri­schen Pro­gramm sorg­ten sie dafür, dass das Gemein­schafts­ge­fühl der Gläu­bi­gen aus den ver­schie­de­nen Pfar­rei­en des Pas­to­ra­len Raums gestärkt wur­de. Berei­chert mit vie­len Ein­drü­cken und dem einen oder ande­ren ​„Ohr­wurm“ von den Pra­ter-Fahr­ge­schäf­ten kehr­te die Rei­se­grup­pe schließ­lich wohl­be­hal­ten zurück in die Heimat.

Mit Fach­wis­sen und Wie­ner Schmäh: Gui­de Josef Kirch­ber­ger (Mit­te) erklär­te der Grup­pe die Beson­der­hei­ten der berühm­ten Ehren­grä­ber und die beein­dru­cken­de Archi­tek­tur der Jugendstil-Friedhofskirche.

Die Rei­se­grup­pe aus dem Pas­to­ra­len Raum Pocking vor der beein­dru­cken­den Kulis­se der Jugend­stil-Fried­hofs­kir­che zum hei­li­gen Karl Borromäus.