Parzham. Der Monat Mai lädt traditionell dazu ein, Maria in besonderer Weise zu verehren. Dass dabei ein Kaktus im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen kann, erlebten die Gläubigen bei einer stimmungsvollen Maiandacht am geschichtsträchtigen Bruder-Konrad-Hof in Parzham. Aufgrund der frischen Witterung wurde die Feier in den Gottesdienstraum verlegt, was der feierlichen Atmosphäre jedoch keinen Abbruch tat. Besonders erfreulich war die Teilnahme zahlreicher Ministrantinnen und Ministranten, Kinder und Eltern, die der Einladung der von der Ministrantenleiterrunde organisierten Andacht gefolgt waren.
Anstelle klassischer marianischer Symbole wie der Rose wählte das Vorbereitungsteam ein ungewöhnliches Bild für die Gottesmutter: den Kaktus. In einer mehrteiligen Meditation wurde verdeutlicht, was Christen von dieser Pflanze lernen können. So wie ein Kaktus Feuchtigkeit aufnimmt und speichert, so bewahrte auch Maria die Botschaft Gottes in ihrem Herzen. Die Gläubigen wurden ermutigt, eigene Glücksmomente als Kraftreserve zu speichern, um auch in „Dürreperioden“ des Lebens standhaft zu bleiben. Selbst die Stacheln wurden thematisiert: Sie stehen für ein gesundes Selbstbewusstsein, das es ermöglicht, mutig und ohne Aggression für das Gute, für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt einzutreten. Das Ziel dieser Eigenschaften sei letztlich das Blühen, also die Fähigkeit, die eigene Begeisterung und Freude mit den Mitmenschen zu teilen.
Die musikalische Gestaltung übernahm die Schola Weng unter der Leitung von Irene Högl. Mit einfühlsamen Liedern wie dem „Magnificat“, schufen die Sängerinnen und Sänger einen feierlichen Rahmen, der die spirituellen Impulse vertiefte. In den gemeinsamen Gebeten und Fürbitten brachten die Teilnehmer ihre Sorgen um die Schöpfung sowie den Wunsch nach Zusammenhalt im Pfarrverband vor Gott. Nach dem feierlichen Segen, bei dem um die Fürsprache Mariens und des heiligen Bruder Konrad gebetet wurde, fand der Abend einen geselligen Ausklang. Bei einer gemeinsamen Brotzeit mit Leberkäs- und Käsesemmeln in der Brotzeitstube nutzten die Besucher die Gelegenheit zum Austausch und ließen die Gemeinschaft in froher Runde ausklingen.



